Herz-Wege mit Pferden
Herz-Wege mit Pferden

Winterheldenreise: Hält mein Traum der eisigkalten Realität da draußen stand?

Knackiger Winter. Und genau das ist eingetroffen, was ich unterschwellig gefürchtet und in den letzten Jahren nicht mehr erlebt habe: Erst ordentlich Schnee, und dann satte Minusgrade. Das bedeutet unweigerlich, dass das real life mich aus meiner Komfortzone herauskatapultiert, mitten hinein in die Prüfung. Sind meine Kräfte in Übereinstimmung mit dem, was ich als meine Wirklichkeit erbaut habe? Gibt es in mir tatsächlich die emotionalen und energetischen Reserven, um härtere Zeiten und Herausforderungen durchzustehen? Habe ich tatsächlich die Kraft, meine Pferde da oben am Waldrand – ohne Strom, ohne Fließendwasser, und nun auch, ohne es mit meinem Auto den Berg ganz rauf zum Stall zu schaffen – zu versorgen? Hält  mein Traum der eisigkalten Realität da draußen stand? Denn das war es doch, das mich dazu gebracht hat, dieses Pferdeparadies mitten in der Natur zu erschaffen - ein Ruf aus dem Innersten, eine echte Herzenssehnsucht …

Nach einer Woche kann ich sagen: Ja! Ich bin glücklich, ich bin gut drauf.  Jeder Tag ist gerade ein neues Abenteuer. Wie weit werde ich heute kommen mit dem Auto, wie vereist ist die Fahrspur, und ist sie noch so, dass ich überhaupt fahren kann, ohne zu sehr mit dem Unterboden aufzusetzen? Jeder Meter zählt, denn jeden, den ich nicht fahren kann, werde ich mit schweren Kanistern und Futterschüsseln in den Händen mehrmals täglich bergauf stapfen.


Dass ich es körperlich irgendwie schaffe, darauf habe ich mich die ganze Zeit verlassen. Kein Wunder, als archetypische Kriegerin. Es waren eher die letzten Fragen, die mich innerlich beunruhigt haben. Wie sieht es aus mit meiner emotionalen Spannkraft, und bin ich überhaupt gerade da, wo ich sein will? Abends bei minus acht Grad im Dunkeln allein da oben am Waldrand unterwegs zu sein, während die restliche Dorfbevölkerung vor dem Fernseher sitzt und niemand fragt, ob ich zurechtkomme oder vielleicht Hilfe brauche – halte ich das aus? Tatsächlich tauchen Einsamkeitsgefühle hier und da mal auf … als wollten sie mich prüfen. Es vergehen keine fünf Minuten, und sie verwandeln sich in mir in ein starkes, beglückendes Gefühl von Verbundensein und Selbstvertrauen. Ja! So möchte ich leben. Es ist überwältigend schön, diese Antwort in mir in einem Moment der Herausforderung so deutlich zu spüren! Dieses Ja aus dem tiefsten Innern treibt mir die Tränen in die Augen.

Ich habe meine Lebensplanung tatsächlich so angelegt, dass es keine permanente Komfortzone gibt. Das ist der Punkt: Wer es wagt, wird irgendwann unweigerlich in die Prüfung gelangen. Immer mal wieder. Die Katastrophe der Heldenreise … erst beim Stapfen durch den Schnee mit den schweren Kanistern geschieht die Verwandlung.

 

Ich werde täglich stärker, weil ich nun schon weiß, dass ich es schaffe. Ich begegne mir selbst voller Freude und Dankbarkeit: Wow – du bist ja stark! Dann komme ich bei den Pferden an. Morgens stehen sie schon erwartungsvoll am Zaun und brummeln mir ihre Begrüßung entgegen. Als wandelndes Schlaraffenland und zweibeinige Herdengefährtin werde ich in die Mitte genommen, und wir gehen zum Stall, wo ich die Futterschüsseln und das Wasser verteile. Abends sind sie meistens im Stall. Wie in einem Ballett tauchen ihre Köpfe gleichzeitig zwischen den Lamellen auf, wenn sie mich hören, und sie kommen heraus und schauen mir mit gespitzten Ohren entgegen. An meine Atemlosigkeit beim Eintreffen haben sie sich inzwischen gewöhnt. Sie sehen wunderbar aus, ihr seidiges Winterfell aufgestellt, ihr Atem dampfend, ihre Augen wach und klar.

 

Wenn ich alles fertig habe, nehme ich mir einen Stuhl und setze mich zu ihnen. Ganz sanft gleite ich in diese unbeschreiblich wohltuende Energie einer Pferdeherde und fühle, wie alle Spannungen in mir sich nach und nach lösen. Physisch und psychisch. Mein Herzfeld kommt in Schwingung und erfüllt mich mit Dankbarkeit und Glückseligkeit. Es ist dieses Erleben, das Worte nicht wirklich beschreiben können. Es ist das pure Sein, das Pferde vermitteln. Dieses selbstverständliche Verbundensein und die Freude am Leben. Jetzt im Winter kann ich dort nicht allzu lange sitzen. Aber das ist auch nicht nötig. Ein paar Minuten reichen, um mich mit neuen Energien und Freude zu erfüllen. Und während ich mit den leeren Kanistern in den Händen den Berg hinab zum Auto zurückstapfe, kann ich mir tatsächlich nichts Schöneres vorstellen, als in diesem Moment genau hier und genau die zu sein, die ich gerade bin.

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AKTUELL:

Unsere Winterpause rückt näher: Vom 15.12.-31.1. gehen wir in die Stille des Jahreswechsels. Deshalb gibt es weder Seminare noch Einzelcoachings.

 

Die Termine für Seminare und Kurse 2018 findest du bereits hier auf der Website.

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© Bettina Löber

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